Unsere Ausstellung „Cartography of Dreams“ ist gestern in der Wandelhalle in Bad Herrenalb zu Ende gegangen. Eva Balogh und ich haben Malerei und plastische Figuren gezeigt. Wir hatten viele gute Gespräche mit kunstinteressierten Besucherinnen und Besucher. Fünf Begegnungen davon möchte ich in diesem Blogbeitrag festhalten.

Das Unsichtbare sichtbar machen

Unsere Arbeiten beschäftigen sich mit inneren Bildern, Träumen, Erinnerungen, Fantasie und Gefühlen. Sie zeigen keine Wirklichkeit. Unsere Kunst geben Raum für die eigenen Gedanken und Entdeckungen der Gäste. Die intuitive, freie Malerei verbindet uns. Unsere Arbeitsweisen sind unterschiedlich.

Die Wandelhalle des Kurhauses in Bad Herrenalb hat Licht und Weite. Die raumhohen Fensterfronten bieten ringsherum einen Blick auf den Kurpark und auf die Stadt. Herrlich! Ich finde, diese Panorama-Architektur ist ideal für unsere Kunstausstellung „Cartographie of Dreams“.

Blick in die Wandelhalle des Kurhauses in Bad Herrenalb. Die raumhohen Fensterfronten bieten ringsherum einen Blick auf den Kurpark und auf die Stadt.

„Wirklich wunderschöne Bilder. Vielen Dank.“

Am ersten Ausstellungstag standen gegen Mittag plötzlich mehrere Seniorinnen und Senioren vor den geöffneten Glaseingangstüren unserer Ausstellung. Haben sie sich vielleicht verirrt? Doch die Gruppe kam zielstrebig auf uns zu, ging an uns vorbei und setzte sich auf die bereitgestellten Stühle, die rundherum vor den Bildern standen.

Eine Mitarbeiterin der Sozial- und Diakoniestation Bad Herrenalb und Dobel begleitete die Gruppe. Alle bekamen einen guten Platz. Auch für Rollatoren und Rollstühle war genügend Raum.

Ich dachte zunächst, dass die Seniorinnen und Senioren vielleicht einen Vortrag von uns erwarteten. Nein! Sie waren gekommen, um unsere Kunstwerke kennenzulernen. Wir waren beide überrascht und haben uns natürlich darüber gefreut.

Einige der älteren Damen und Herren waren neugierig und gingen direkt auf die Traumlandschaften zu. Sie betrachteten die Kunstwerke aufmerksam und konzentriert. Wir sprachen über einzelne Bilder, unseren Kunstprozess und die möglichen Aussagen der Werke. Dabei wurden auch die eigenen Erinnerungen und Gedanken unserer Gäste lebendig. Eva führte zum Abschluss noch kurz durch die Ausstellung.

Die Künstlerin Eva Balogh führt durch die Kunstaustellung mit den Werken zu Traumlandschaften.
Eva führt durch die Ausstellung.

Nach etwa einer halben Stunde verabschiedete sich die Gruppe wieder. Später erzählte man uns, dass sie nach ihrem Besuch im Kurpark ein sonniges Plätzchen gefunden und dort gemeinsam Sekt getrunken hatten.

Für mich war das eine sehr gelungene Aktion der Sozial- und Diakoniestation. Sie verbindet Gemeinschaft, einen Ausflug und die Begegnung mit Kunst. Es zeigt sich wieder: Kunst macht Freude und bringt Menschen miteinander ins Gespräch. Das Fazit der Gruppe: „Wirklich wunderschöne Bilder. Vielen Dank.“

Ein Familienbesuch mit zwei Enkelinnen

Am zweiten Ausstellungstag kamen zwei Mädchen zusammen mit ihren Großeltern ins Kurhaus. Die kleinen Ladies waren neun und sieben Jahre alt. Als sie den goldenen „Türwächter“ Aureus zu unsere Ausstellung entdeckten, war die Neugierde für die Kunstwerke geweckt.

Der goldene "Türwächter" Aureus steht vor dem Kurhaus und lädt herzlich die Kurgäste zu unserer Kunstausstellung ein.
Hereinspaziert! Aureus lädt zu unsere Ausstellung ein.

Eine der beiden malt selbst sehr gern. Sie schaute sich die Bilder aufmerksam an. Später kam sie sogar noch einmal zurück und betrachtete die Werke nochmals ganz konzentriert. Dabei entdeckte sie viele Details in den Werken: eine Nixe im See, einen Stier mit Kobold, einen Wanderer mit Gehstock oder einen Harlekin.

Ausschnitt eines Gemälde von Eva Balogh. Zu sehen eine Frau im See.
Gemälde von Eva Balogh
Ausschnitt eines Gemäldes von Martina Munz. Zu sehen ein Stier mit Kobold.
Ausschnitt eines Gemälde von Eva Balogh. Zu sehen ein Wanderer mit Gehstock.
Ausschnitt eines Gemäldes von Martina Munz. Zu sehen ein Harlekin.

Das Mädchen war fasziniert von ihren Entdeckungen. Ich schenkte ihr mehrere Kunstkarten mit kleinen eigenen Zeichnungen. Sie will daraus ein eigenes Bild zusammensetzen.

Solche Momente freuen mich sehr. Ich finde, Kinder haben eine rege Fantasie und unsere Arbeiten laden zum Fantasieren ein. Man entdeckt zum Beispiel Kobolde, Wassernixen, Boote, Fische,Bäume und immer wieder neue Formen. Auch Farben faszinieren, besonders die Neonfarben. Toll, dass unsere Bilder auch bei Kindern Neugierde und Freude wecken.

Ein Gespräch über die Bilderanordnung

Ein anregendes Gespräch hatte ich mit einem Musiker aus der Nähe von Heilbronn. Er gab mir Tipps, wie wir unsere Bilder vielleicht noch wirkungsvoller präsentieren könnten.

Er wies darauf hin, dass die Wandelhalle rundherum aus großen Fenstern besteht, die vom Boden bis zum Dach reichen. Der Blick in den Kurpark lässt sich dadurch wunderbar in die Ausstellung einbeziehen. Allerdings meinte er, dass die Kunstwerke durch diese lichtdurchflutete Wandelhalle teilweise an Zauber und Magie verlieren. Wir sollten für die nächste Ausstellung einen Raum wählen, in dem die Bilder stärker für sich wirken.

Vorbereitung der Kunstausstellung: Alle Bilder haben in der Wandelhall ihren „Sonnenplatz“ gefunden.

Wir sehen das ein wenig anders. Wir finden die Wandelhalle gerade wegen ihrer Lichtfülle und Höhe sowie der Verbindung mit dem Kurpark und Kurhaus ideal für das Präsentieren von Kunst. Trotzdem nehmen wir seine Anregung ernst.

Wir können uns vorstellen, künftig an großen Wänden einzelne Bilder mit mehr Abstand zu platzieren. Dann können vielleicht bestimmte Werke ihre Wirkung noch stärker entfalten. Solche Gespräche sind wertvoll. Sie helfen, die eigene Ausstellung auch einmal durch die Augen anderer Menschen zu betrachten.

Wenn eine künstlerische Phase zu Ende geht

Am Nachmittag hatte ich ein Gespräch mit einem Galeristen aus Bad Wildbad. Seit zwölf Jahren führte er eine Galerie, die er nun aufgibt. Für ihn ist eine andere Lebensphase eingetreten. Er möchte etwas Neues beginnen.

Er erzählte auch, wie schwierig es geworden ist, Kunst zu vermitteln und Bilder zu verkaufen. Diese Erfahrung kennen Eva und ich ebenfalls. Nicht jedes Bild berührt seine Betrachterin oder seinen Betrachter. Selten findet die Kunst ein neues Zuhause.

Diese Begegnung hat mich nachdenklich gemacht. Ich werde sicher noch einige Jahre Bilder malen, Ausstellungen organisieren und neue Arbeiten entwickeln. Aber irgendwann einmal beginne ich auch eine neue Lebensphase. Vielleicht finde ich eine ganz andere Form, mich kreativ auszudrücken. Wer weiß das schon!

Ein Zeitungsartikel führt zwei Frauen aus Calw nach Bad Herrenalb

Am dritten und letzten Ausstellungstag besuchten uns zwei Frauen aus Calw. Sie hatten im Schwarzwälder Boten einen Zeitungsartikel über unsere Ausstellung gelesen und dafür eine längere Anreise in Kauf genommen. Das hat uns sehr berührt.

In dem Artikel war ein Foto von Eva und mir mit unseren Kunstwerken abgebildet. Besonders aufgefallen war den beiden Frauen ein rundes Bild mit einer Traumlandschaft, das Eva gemalt hat. Dieses Bild wollten sie nun im Original sehen.

Zeitungsartikel Schwarzwälder Bote vom 8. September 2026: In dem Artikel ist ein Foto von Eva und mir mit unseren Kunstwerken abgebildet.
Beitrag im Schwarzwälder Bote vom 8. September 2026

Leider war das Werk in Bad Herrenalb nicht zu sehen, weil es derzeit an einem anderen Ort ausgestellt ist. Wir tauschten unsere Kontaktdaten aus. Vielleicht besuchen die beiden Frauen einmal Evas Atelier und die Malschule. Dann können sie die Traumlandschaft dort im Original betrachten.

Diese Begegnung ist ein schönes Zeichen dafür, wie wichtig Pressearbeit für die Kunst sein kann. Ein Beitrag in der Zeitung oder im Internet wird von den Menschen wahrgenommen und regt somit zum Besuch ein.

Was von drei Ausstellungstagen bleibt

Fünf verschiedenartige Begegnungen: Eine Gruppe älterer Menschen, zwei neugierige Kinder, ein Musiker-Ehepaar mit Anregungen zur Bildplatzierung, ein Galerist mit Gedanken zu einer neuen Lebensphase und zwei Frauen, die extra aus Calw angereist sind.

Wir sind dankbar für alle Besucherinnen und Besucher. Danke an unsere Freunde und Bekannten, die sich Zeit genommen und mit uns intensive und tiefgründige Gespräche geführt haben.

Es war eine wirklich gelungene Veranstaltung. Dafür danken wir auch der Stadt Bad Herrenalb für die gute, professionelle Betreuung und Unterstützung. Ebenso bedanken wir uns für die tolle Pressearbeit. Sie hat dazu beigetragen, dass unsere Traumlandschaften viele Menschen erreicht haben.

Für mich zeigt sich darin, dass eine Ausstellung nicht nur aus Bildern, Plastiken und einer guten Bilderanordnung besteht. Sie entsteht auch in den Blicken der Besucherinnen und Besucher, in ihren Fragen, ihren Erinnerungen und ihren ganz eigenen Geschichten.

Bad Herrenalb hat unserer Ausstellung eine neue Erfahrung geschenkt.

Wie ein Kunstort selbst zum Bestandteil eines gemeinsamen Abends wird, erzähle ich in meinem Gespräch mit Lea Bächle über ‚A Table for Art‘ in Karlsruhe.


Häufige Fragen zur Ausstellung

Wann fand „Cartography of Dreams“ in Bad Herrenalb statt?

Die Ausstellung fand von Freitag bis Sonntag, den 11. bis 13. September 2026, jeweils von 9:00 bis 18:00 Uhr, in der Wandelhalle des Kurhauses Bad Herrenalb statt.

Wo wurde die Ausstellung gezeigt?

Die Ausstellung war in der hellen und großen Wandelhalle des Kurhauses Bad Herrenalb, Kurpromenade 8, zu sehen.

Wer stellte in Bad Herrenalb aus?

Die Karlsruher Künstlerinnen Eva Balogh und Martina Munz zeigten gemeinsam Malerei und plastische Figuren.plastische Figuren von Eva nalogh
Plastiken von Eva Balogh
plastische Figur von Martina Munz
Pulp-Art Martina Munz

Was bedeutet der Ausstellungstitel „Cartography of Dreams“?

Der Titel bedeutet „Kartografie der Träume“. Er steht für den künstlerischen Versuch, innere Bilder, Erinnerungen, Fantasie und Gefühle sichtbar zu machen.

Was unterscheidet die Arbeitsweisen von Eva Balogh und Martina Munz?

Eva Balogh entwickelt innere Landkarten aus Farbe, Bewegung und Material. Martina Munz arbeitet wie bei einer archäologischen Spurensuche, indem sie Bildschichten aufbaut, übermalt und wieder freilegt.

Waren die Künstlerinnen während der Ausstellung anwesend?

Ja. Eva Balogh und Martina Munz waren vor Ort und freuten sich über Gespräche mit den Besucherinnen und Besuchern sowie über den Austausch zu Bildern, Plastiken und kreativen Prozessen.

Kostete der Besuch Eintritt?

Nein. Der Eintritt zur Ausstellung war frei.


Häufige Fragen zu den Begegnungen

Was erlebten Eva Balogh und Martina Munz, als sie von der Sozial- und Diakoniestation Besuch bekamen?

Eine Gruppe von Seniorinnen und Senioren kam gezielt in die Ausstellung, um die Kunstwerke kennenzulernen. Gemeinsam wurden einzelne Bilder und der künstlerische Prozess besprochen. Zum Abschluss führte Eva Balogh kurz durch die Ausstellung.

Wie reagierten die Kinder auf die Traumlandschaften?

Zwei Mädchen im Alter von sieben und neun Jahren betrachteten die Bilder mit großem Interesse. Besonders schön war, dass sie aus geschenkten Kunstkarten mit kleinen Zeichnungen ein eigenes Bild gestalten möchte.

Welche Anregung erhielten die Künstlerinnen zur Präsentation ihrer Werke?

Ein Musiker-Ehepaar regte an, bei zukünftigen Ausstellungen einzelne Bilder mit mehr Abstand zu hängen. Dadurch könnten manche Werke noch stärker wirken. Eva und Martina möchten diesen Gedanken bei kommenden Ausstellungen berücksichtigen.

Was erzählte der Galerist?

Der Galerist berichtete, dass er nach zwölf Jahren seine Galerie aufgibt und auch nicht mehr malen möchte. Für ihn beginnt eine neue Lebensphase. Das Gespräch zeigte außerdem, wie schwierig es ist, Kunst zu vermitteln und von der Kunst zu leben.

Warum kamen zwei Frauen von weit her zur Ausstellung?

Die beiden Frauen hatten im „Schwarzwälder Boten“ einen Artikel über die Ausstellung gelesen. Besonders interessierte sie ein rundes Bild von Eva Balogh mit einer Traumlandschaft. Da das Werk in Bad Herrenalb nicht ausgestellt war, tauschten sie die Kontaktdaten aus. Vielleicht sehen sie das Original später in Evas Atelier.


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