Giersch im Garten muss nicht nur als lästiges Unkraut gesehen werden. Für mich ist er ein essbares Wildgemüse, ein natürlicher Bodendecker und eine wertvolle Pflanze in meinem naturnahen Garten. Unter meinem großen alten Apfelbaum wächst er jedes Jahr von allein – und genau dort darf er bleiben.

Was ist Giersch und warum darf er in meinem Garten bleiben?

Das Frühjahr ist die beste Zeit, die kleinen jungen Giersch-Blätter zu ernten. NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V. empfiehlt, den Giersch von März bis September zu ernten und und beschreibt auf ihrer Homepage verschiedene Küchenverwendungen.

Für mich ist Giersch in meinem Garten eine willkommene Gemüsepflanze, die jedes Jahr von selbst wiederkommt. Dieses Wildgemüse wächst von allein unter meinem großen alten Apfelbaum und hat sich einen halbschattigen Platz zwischen den Pfingstrosen und anderen Stauden ausgesucht. Hier darf mein Giersch ungestört bleiben und bietet mir vom Frühling bis Herbst nicht nur ein vielseitiges Dauergemüse, sondern hat auch einen ökologischen Nutzen: Giersch hält den Boden feucht und ist u. a. Nahrungsquelle für Wildbienen, Schwebefliegen und Schmetterlingsraupen.

Wie erkenne ich Giersch sicher?

Die Pflanze lässt sich einfach an der Drei-Drei-Drei-Regel erkennen: Der Hauptstängel und die Blattstiele sind kantig gefurcht und im Querschnitt dreieckig. Der Hauptstiel teilt sich oben in drei kleinere Blattstiele auf. An jedem dieser drei Blattstiele sitzen wiederum drei Einzelblätter.

Gierschblätter mit gesägtem Rand zur Bestimmung der Wildpflanze
Die Ränder der Blätter sind gesägt, aber nicht so tief wie bei der Brennnessel.

Wegen der auffälligen Form der jungen Blätter wird Giersch auch gerne mal Geißfuß genannt. Allerdings gibt es weitere zahlreiche Trivialnamen für den Giersch, am besten gefallen mir zum Beispiel Dreiblatt, Zipperleinkraut, Ziegenkraut oder Gänseschärtele.

Falls Du den Giersch im Wald oder auf Wiesen sammelst, beachte:
– Sammle die jungen, zarten Blätter. Sie sind am aromatischsten.
– Die Hauptstängel sind noch weich, wenn sie hellgrün sind.
– Nicht an Hundewiesen oder Straßenrändern sammeln.

Wie kann man Giersch in der Küche verwenden?

Die oberirdischen Teile der Pflanze sind für den Verzehr geeignet. Die jungen Gierschblätter sind zart und mild, sie schmecken auch roh. Das Aroma ähnelt leicht an Sellerie, Petersilie und Karotte. Giersch kann überall dort verwendet werden, wo man Petersilie einsetzt.

Ich ernte gerne die jungen, hellgrünen Triebe. Sie sind zart und aromatisch. Eine ideale rohe Zutat im Salat oder Smoothie. Ansonsten verwende ich den Giersch in Suppen, Bratlinge oder als Pesto oder Tee.

Möglich ist wohl auch, die reifen Giersch-Samen wie Kümmel als Gewürz zu verwenden. Das muss ich mal unbedingt ausprobieren.

Die Blüten hingegen verwende ich als essbare Dekoration oder als sommerlicher Blumenstrauß. Ich lasse in meinem Garten jedes Jahr einen Teil der Gierschfläche einfach blühen. Die feinen, weißen Dolden sehen zauberhaft aus und machen sich auch wunderschön in einer schlichten Vase. Gleichzeitig freuen sich die Pollensammler und Bestäuber über das Nektarangebot.

Ist Giersch als Bodendecker nützlich?

In meinem Garten wächst Giersch vor allem im Halbschatten unter dem alten Apfelbaum. Dort bedeckt er den Boden zuverlässig, hält ihn länger feucht und schützt ihn vor dem Austrocknen. Natürlich ist Giersch wuchsfreudig und nicht überall willkommen. Aber an einer Stelle, an der er bleiben darf, kann er eine robuste, essbare und pflegeleichte Bodendecke bilden.

Nicht überall möchte ich ihn im Garten haben. Bisher musste ich ihn aber nicht verdrängen oder begrenzen. Wo er den Boden schützt und mir frische Blätter schenkt, darf er gerne bleiben.

Ist Giersch für Insekten nützlich?

Wenn Giersch blühen darf, bildet er im Sommer feine weiße Dolden. In meinem Garten lasse ich deshalb immer einen Teil der Fläche stehen. Die einzelnen Blüten sind winzig und bilden zusammen die flachen, weißen Dolden: Das ist Nahrung für verschiedene Insekten wie Schmetterlinge, Bienen oder Käfer – somit auch ein kleiner Beitrag für meinen naturnahen Garten.

Die flachen, weißen Dolden des Gierschs sind für Schmetterlinge, Wildbienen und Käfer eine gute Nahrungsquelle.

Mein Lieblingsrezept für das Giersch-Pesto

Zutaten (für 1 kleines Glas)

  • 2 Handvoll frischer Giersch, gewaschen und grob gehackt
  • 2–3 EL Cashewkerne oder 1 EL Cashewmus
  • 6–8 Oliven (grün oder schwarz, entsteint)
  • 1 kleine Knoblauchzehe (optional)
  • 3–4 EL Olivenöl
  • 1–2 TL Apfelessig
  • Salz und Pfeffer nach Geschmack
Selbst gemachtes Giersch-Pesto mit Oliven und Cashewkernen
Das Giersch-Pesto passt gut zu Ofenkartoffeln, auf geröstetem Brot, als Dip zu Rohkost oder als Topping über Pasta oder Bratlingen.

Zubereitung

  1. Alle Zutaten in einen Mixer oder Mörser geben.
  2. Fein pürieren oder zerstoßen, bis ein sämiges Pesto entsteht.
  3. In ein sauberes Glas füllen, mit etwas Olivenöl bedecken und im Kühlschrank aufbewahren. Haltbar ca. 4 bis 5 Tage. Tipp: Du kannst das Pesto auch einfrieren; zum Beispiel in Eiswürfelformen portionieren und bei Bedarf auftauen.

Probiere auch mal den zarten jungen Giersch mit Sonnenblumenkernen, Olivenöl, Salz und Pfeffer zu pürieren. So kannst Du ihn als Brotaufstrich gut nutzen. Sehr lecker.

Oder bereite den Giersch wie Spinat zu: Dabei einfach die Gierschblätter mit einer feingehackten Zwiebel und Knoblauchzehe dünsten. Mit Gemüsebrühe verfeinern – fertig.

Zipperleinkraut-Tee

Für einen Teeaufguss lässt sich das gesamte oberirdische Kraut, insbesondere die Blätter verwenden. So bereitest du ihn zu: Die nimmst eine Hand voll frische Gierschblätter und übergießt sie mit ca. 250 ml heißem, nicht mehr sprudelnd kochendem Wasser. Den Tee zehn Minuten ziehen lassen.

Frischer Gierschtee aus jungen Blättern des Zipperleinkrauts
Wem der Zipperleinkraut-Tee zu herb schmeckt, dann einfach einfach süßen.

Fazit zu meinem Giersch

Auch wenn Giersch bei vielen Gärtnerinnen und Gärtnern keinen guten Ruf hat, ist er für mich eine wertvolle Pflanze. Gerade im Frühling ist er eine schmackhafte Zutat für Rohkostsalate oder Gemüsegerichte. Ich bereite ihn auch gerne als Tee zu. Darüber hinaus hält er als Bodendecker den Boden feucht und dient Wildbienen und Käfern als wichtige Nahrungsquelle.

FAQ zu Giersch im Garten

Warum lasse ich Giersch in meinem Garten wachsen?
Ich lasse Giersch in einem bestimmten Bereich meines Gartens wachsen, weil er dort den Boden bedeckt, Feuchtigkeit hält und mir vom Frühling bis in den Herbst essbare Blätter liefert. Für mich ist er nicht nur Unkraut, sondern ein nützliches Wildgemüse.

Wie erkenne ich Giersch sicher?
Giersch erkennt man gut an der Drei-Drei-Drei-Regel: Der Blattstiel ist dreikantig, oben teilt er sich in drei Blattgruppen, und diese sind wiederum dreigeteilt. Trotzdem gilt: Wildpflanzen nur essen, wenn sie sicher bestimmt sind.

Kann man Giersch roh essen?
Ja, junge Gierschblätter können roh gegessen werden, zum Beispiel im Salat, Kräuterquark, Smoothie oder Pesto. Sie schmecken mild-würzig und erinnern etwas an Petersilie, Sellerie und Karotte.

Welche Teile von Giersch sind essbar?
Vor allem junge Blätter und weiche Stängel eignen sich gut für die Küche. Auch Blüten können als essbare Dekoration verwendet werden. Bei älteren Pflanzenteilen wird der Geschmack kräftiger.

Ist Giersch als Bodendecker sinnvoll?
An einem passenden Standort kann Giersch ein nützlicher Bodendecker sein. Er bedeckt den Boden, hält ihn feuchter und wächst auch im Halbschatten zuverlässig. Weil er sich stark ausbreitet, sollte man ihm aber bewusst einen begrenzten Platz geben. In meinem Garten war das bisher noch nicht nötig. Er bleibt gerne an einer Stelle unter dem Apfelbaum.