Das Frühjahr ist die beste Zeit, die kleinen jungen Giersch-Blätter zu ernten. Für mich sind sie in meinem Garten eine willkommene Gemüsepflanze, die jedes Jahr immer wieder kommt. Dieses Wildgemüse wächst von allein unter meinem großen alten Apfelbaum und hat sich einen halbschattigen Platz zwischen den Pfingstrosen und anderen Stauden ausgesucht. Hier darf mein Giersch ungestört bleiben und bietet mir vom Frühling bis Herbst nicht nur ein vielseitiges Dauergemüse, sondern hat auch einen ökologischen Nutzen: Giersch hält den Boden feucht und ist u. a. Nahrungsquelle für Wildbienen, Schwebefliegen und Schmetterlingsraupen.


Drei-Drei-Drei-Regel zur sicheren Identifizierung
Die Pflanze lässt sich einfach an der Drei-Drei-Drei-Regel erkennen: Der Hauptstängel und die Blattstielen sind kantig gefurcht und im Querschnitt dreieckig. Der Hauptstiel teilt sich oben in drei kleinere Blattstiele auf. An jedem dieser drei Blattstiele sitzen wiederum drei Einzelblätter.

Wegen der auffälligen Form der jungen Blätter wird Giersch auch gerne mal Geißfuß genannt. Allerdings gibt es weitere zahlreiche Trivialnamen für den Giersch, am besten gefallen mir zum Beispiel Dreiblatt, Zipperleinkraut, Ziegenkraut oder Gänseschärtele.
Falls Du den Giersch im Wald oder auf Wiesen sammelst, beachte:
– Sammle die jungen, zarten Blätter. Sie sind am aromatischsten.
– Die Hauptstängel sind noch weich, wenn sie hellgrün sind.
– Nicht an Hundewiesen oder Straßenrändern sammeln.
Wie verwende ich meinen Garten-Giersch?
Die oberirdischen Teile der Pflanze sind für den Verzehr geeignet. Die jungen Gierschblätter sind zart und mild, sie schmecken auch roh. Das Aroma ähnelt leicht an Sellerie, Petersilie und Karotte. Giersch kann überall dort verwendet werden, wo man Petersilie einsetzt.
Ich ernte gerne die jungen, hellgrünen Triebe. Sie sind zart und aromatisch. Eine ideale rohe Zutat im Salat oder Smoothie. Ansonsten verwende ich den Giersch in Suppen, Bratlinge oder als Pesto oder Tee.
Möglich ist wohl auch, die reifen Giersch-Samen wie Kümmel als Gewürz zu verwenden. Das muss ich mal unbedingt ausprobieren.
Die Blüten hingegen verwende ich als essbare Dekoration oder als sommerlicher Blumenstrauß. Ich lasse in meinem Garten jedes Jahr einen Teil der Gierschfläche einfach blühen. Die feinen, weißen Dolden sehen zauberhaft aus und machen sich auch wunderschön in einer schlichten Vase. Gleichzeitig freuen sich die Pollensammler und Bestäuber über das Nektarangebot.
Mein Lieblingsrezept für das Giersch-Pesto
Zutaten (für 1 kleines Glas)
- 2 Handvoll frischer Giersch, gewaschen und grob gehackt
- 2–3 EL Cashewkerne oder 1 EL Cashewmus
- 6–8 Oliven (grün oder schwarz, entsteint)
- 1 kleine Knoblauchzehe (optional)
- 3–4 EL Olivenöl
- 1–2 TL Apfelessig
- Salz und Pfeffer nach Geschmack

Zubereitung
- Alle Zutaten in einen Mixer oder Mörser geben.
- Fein pürieren oder zerstoßen, bis ein sämiges Pesto entsteht.
- In ein sauberes Glas füllen, mit etwas Olivenöl bedecken und im Kühlschrank aufbewahren. Haltbar ca. 4 bis 5 Tage. Tipp: Du kannst das Pesto auch einfrieren; zum Beispiel in Eiswürfelformen portionieren und bei Bedarf auftauen.
Probiere auch mal den zarten jungen Giersch mit Sonnenblumenkernen, Olivenöl, Salz und Pfeffer zu pürieren. So kannst Du ihn als Brotaufstrich gut nutzen. Sehr lecker.
Oder bereite den Giersch wie Spinat zu: Dabei einfach die Gierschblätter mit einer feingehackten Zwiebel und Knoblauchzehe dünsten. Mit Gemüsebrühe verfeinern – fertig.
Zipperleinkraut-Tee
Für einen Teeaufguss lässt sich das gesamte oberirdische Kraut, insbesondere die Blätter verwenden. So bereitest du ihn zu: Die nimmst eine Hand voll frische Gierschblätter und übergießt sie mit ca. 250 ml heißem, nicht mehr sprudelnd kochendem Wasser. Den Tee zehn Minuten ziehen lassen.

Fazit
Auch wenn Giersch bei vielen Gärtnerinnen und Gärtnern keinen guten Ruf hat, ist er für mich eine wertvolle Pflanze. Gerade im Frühling ist er eine schmackhafte Zutat für Rohkostsalate oder Gemüsegerichte. Ich bereite ihn auch gerne als Tee zu. Darüber hinaus hält er als Bodendecker den Boden feucht und dient Wildbienen und Käfern als wichtige Nahrungsquelle.
