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Winterbaden: Ein frostiges Abenteuer für Mutige und Verrückte

Winterbaden: Abenteuer zwischen Gänsegeschnatter und Eiszapfen-Prickeln

Wenn andere sich mit Tee unter die Kuscheldecke verkriechen, springen meine Freundin Sabine und ich in das eiskalte Baggersee-Wasser oder wagen uns in einen mystischen Natursee. Meist am Abend bei Dämmerung. Seit Ende Januar gehe ich zweimal pro Woche Winterbaden. Sabine pflegt dieses Hobby schon einige Wintermonate und badet mehrmals in der Woche. Unser Ansporn ist derselbe: Aus purer Neugierde begannen wir dieses atemberaubende Naturerlebnis.

Winterbaden: Kälte und Naturerlebnis

Winterbaden ist mehr als nur ein „Kälteschock“ – es ist ein echtes Naturerlebnis. Die Luft ist klar, manchmal mit einem Hauch von feuchtem Waldboden oder jetzt im März mit dem Duft des jungen Bärlauchs.

Die Seen wirkten im Winter mystischer, als hätten sie ein Geheimnis zu bewahren. Häufig begleitet uns beim Baden das Geschnatter der Enten und Gänse umrahmt von Vogelgezwitscher.

Ich gehe langsam in den See und der erste Moment ist… nun ja, sagen wir mal „erfrischend“. Meine Haut fühlt sich an, als würde sie von tausend Eisnadeln durchbohrt. Aber nach ein paar Sekunden weicht das Brennen einer seltsamen Euphorie. Vielleicht ist das mein Überlebensmodus oder einfach nur der pure Wahnsinn, der uns packt. Nach einigen Minuten friere ich. Leichtes Zittern tritt ein und jedesmal beneide ich dabei die Enten und Gänse, wie sie entspannt auf dem eiskalten Wasser gleiten können. In diesen Momenten konzentriere mich auf meine Atmung und nehme die Natur bewusst wahr.

Das Wolkenpanorama spiegelt sich auf der glatten Wasseroberfläche, und die Abendstimmung wird zu einem echten Kunstwerk am Himmel. Die Farben des Sonnenuntergangs scheinen noch kräftiger, und jeder Windhauch fühlt sich wie eine kleine Erinnerung an die Kraft der Natur an. Das lässt mich die Kälte vergessen. Ich fühle mich frei und lebendig. Mein Kick!

langsamen vortasten in das kalte nass

Wie lange bleibe ich im Wasser? Ich achte auf meinem Körper wie er reagiert, und verlasse das Wasser, wenn ich stark zittere oder Schmerzen verspüre.

Nach dem Bad ist das Gefühl unbeschreiblich.Ich fühle mich lebendig und meine Arme und Beine sind so taub, dass ich die Außenkälte gar nicht mehr spüre. Es klingt komisch, aber dieses Gefühl ist eine Mischung aus Euphorie und Entspannung.

Zum Schluss trocknen wir uns ab und ziehen warme Kleidung an. Danach sitzen wir noch eine Weile, genießen die Ruhe und trinken heißen Tee. Wichtig ist, dem Körper Zeit zu geben, sich selbst zu erwärmen – er kann das.

Hoch die Tassen

Winterbaden: Meine sieben Tipps für Neulinge

  • Gesundheit checken: Vor dem ersten Winterbaden ärztlich abklären, ob Winterbaden für dich geeignet ist.
  • Vorbereiten: Nach dem Bad ist vor dem Aufwärmen. Halte große Handtücher, warme Kleidung und eine Thermoskanne mit heißem Tee bereit.
  • Wichtige Ausrüstung beim Baden: Mütze, Handschuhe, Schuhe (ich nehme Badeschlappen). Badeanzug.
  • Langsames Herantasten: Beginne zu Hause mit kaltem Duschen. Nicht gleich in den See reinspringen. Langsam abtauchen.
  • Im Wasser: Atmen nicht vergessen und auf den Körper hören. Bei Unwohlsein, sofort aus dem Wasser gehen.
  • Gehe nie alleine Winterbaden: Sicherheit geht vor. Badepartnerin oder Badepartner ist Pflicht.
  • Sofort warm nach dem Baden anziehen und Tee trinken: Hoodie, Schlabberhose, gefütterte Stiefel. Mütze, warme Socken. Dann chillen und heißen Tee in Ruhe trinken.

Winterbaden und Eisbaden

Ich schreibe hier ganz bewusst vom „Winterbaden“ und nicht vom „Eisbaden“. Für mich bedeutet Winterbaden, bei kalten Temperaturen ins Wasser zu steigen. Beim Eisbaden hingegen ist der See gefroren, sodass man erstmal ein Loch ins Eis hacken muss, um in das eisig kalte Wasser zu spüren. So weit sind wir (noch) nicht. Aber wer weiß – vielleicht knacken wir irgendwann eine zugefrorene Wasseroberfläche.

Fazit

Winterbaden ist nicht nur ein Adrenalinkick, sondern eine tiefe Verbindung zur Natur. Wer die Kälte liebt, sich nach Endorphinen sehnt und ein bisschen verrückt genug ist, sollte es ausprobieren. Es ist ein unvergessliches Erlebnis, das garantiert den Atem raubt – im wahrsten Sinne des Wortes.